Die Zukunft der Fischerei

Gut besuchte Diskussionsveranstaltung mit Wolfgang Reuther MdL in Lauffen a. N.

Welche Rolle übernehmen die Fischereivereine im Naturschutz? Welche praktischen Problemstellungen haben sie zu bewältigen? Und welche Probleme können sich aus der Umstrukturierung im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) ergeben? Diese Fragen gaben für die örtliche CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch Anlass, den fischereipolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion zu einer Diskussionsveranstaltung nach Lauffen einzuladen. Umso mehr freute sie sich, dass die Veranstaltung hervorragenden Anklang fand. Wolfgang Schwab, Vorsitzender des Fischereivereins Lauffen a. N. begrüßte die über 50 interessierten Gäste im Fischerheim, das trotz der Hitze bis auf den letzten Platz besetzt war. Der Verein bewirtschaftet neben einem Abschnitt des Neckars und seiner Nebenflüsse zwei Seen mit einer Gesamtfläche von knapp 4 Hektar in der alten Lauffener Neckarschlinge, wo sich schon vor Jahrhunderten eine Fischzucht des württembergischen Königs befand.

In seinem Vortrag ging Wolfgang Reuther darauf ein, dass Fischereivereine in letzter Zeit einen verstärkten Gesprächsbedarf mit der Politik sähen. Sie befürchten eine Novelle des Landesfischereigesetzes analog zur Novellierung des Landesjagdgesetzes durch eine grün-rote Landesregierung. Obwohl das für die aktuelle Legislaturperiode unwahrscheinlich sei, müsse man bei einer Fortsetzung der aktuellen Landesregierung nach 2016 damit rechnen. Problematisch sei dies insbesondere aus dem Grund, dass teilweise Forderungen von Naturschutzverbänden eins zu eins in den Koalitionsvertrag übernommen worden seien, die Fischerei- bzw. Jagdverbände jedoch kaum Zugang zur Ministerialverwaltung bekämen. Der CDU-Politiker betonte dabei mehrfach, dass sein Ziel nicht sei, Naturschutz- und Fischereiverbände gegeneinander auszuspielen.

Grundlage für das Handeln der Landesregierung bilde die eher schlechte Akzeptanz von Fischern (ähnlich den Jägern) in der Bevölkerung. Hierbei spiele eine einseitige Wahrnehmung von absoluten Ausnahmen in der Öffentlichkeit eine große Rolle. Beispielsweise werde oft über so genannte „catch and release“-Angler berichtet, also reine Trophäenangler, die Fische nur zum Fotografieren und nicht zum Verzehr fangen. Dieses Verhalten sei nur bei einzelnen schwarzen Schafen zu beobachten, habe aber einen verheerenden Effekt auf die Wahrnehmung der Fischerei in der Öffentlichkeit. Hier seien auch die Fischereivereine selbst gefragt, die solches Verhalten nicht dulden dürften. Auch die CDU trete dafür ein, dass Rechtsübertretungen geahndet werden.

Schließlich kritisierte der CDU-Politiker Reuther bei der aktuellen Landesregierung die Unterordnung von Jagd- und Fischereirecht unter die Bestimmungen des Natur- und Tierschutzes, ohne anzuerkennen, dass sowohl Jäger als auch Fischer ein ureigenes Interesse am Schutz von Natur und Tieren haben. Ideologische Maßstäbe hätten in der Gesetzgebung eine höhere Bedeutung als wildbiologische Erkenntnisse. Ein besonders harter Schlag sei in diesem Zusammenhang die ohne sachlichen Grund erfolgte Verlagerung der Zuständigkeit für die Fischerei von der Landwirtschaftsabteilung des MLR in die Forstabteilung. Dadurch sei es praktisch unmöglich geworden, im Ministerium noch Gehör für die Belange des Fischereiwesens zu bekommen.

In der lebhaften und engagierten Diskussion kam unter anderem die Frage auf, welchen Änderungsbedarf die CDU beim Fischereigesetz sehe. Wolfgang Reuther war der Ansicht, dass lediglich marginale Änderungen angezeigt seien. Der CDU gehe es besonders darum, den Fischern und ihren Vereinen weniger statt mehr bürokratische Vorschriften zu machen und dem Subsidiaritätsgedanken wieder mehr Geltung zu verschaffen. Schließlich seien die Fischereivereine wichtige Partner der Politik, die mit ihrem großen Sachverstand zur Seite stehen und mit ihrem ehrenamtlichen Engagement einen unerlässlichen Beitrag zum Naturschutz leisten. Auch hinsichtlich der oft diskutierten Probleme mit der Kormoranpopulation sei eine sachliche und faktenbasierte Herangehensweise notwendig. Schließlich gab es allgemeine Zustimmung, als der Moderator des Abends sowie CDU-Zweitkandidat und Hobbyfischer Dr. Michael Preusch forderte, dass Fischerei- und Umweltschutzverbände in ihren gemeinsamen Anliegen auch kooperieren, was ja vielerorts schon vorbildlich geschehe.

 
 
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